/ Software-Lexikon
Festpreisprojekt
Softwareentwicklung zu vertraglich fixiertem Preis und Umfang — das Kalkulationsrisiko trägt der Dienstleister, nicht der Kunde.
Ein Festpreisprojekt ist ein Vertragsmodell der Softwareentwicklung, bei dem Leistungsumfang, Preis und Termin vor Projektbeginn verbindlich vereinbart werden. Das Gegenmodell ist die Abrechnung nach Aufwand (Time & Material), bei der der Auftraggeber Stunden bezahlt — und das Risiko von Fehleinschätzungen trägt.
Der Festpreis verschiebt dieses Risiko zum Dienstleister: Verschätzt er sich, geht die Differenz zu seinen Lasten. Das diszipliniert die Angebotsphase — seriöse Festpreise setzen eine gründliche Anforderungsklärung voraus, denn der Anbieter kalkuliert mit eigenem Geld.
Kritisch wird das Modell bei unklarem Scope: Wenn niemand weiß, was genau gebaut werden soll, wird entweder der Preis mit Risikopuffern aufgebläht oder das Projekt in Nachträgen nachverhandelt. Deshalb gehören Festpreis und saubere Spezifikation untrennbar zusammen.
Für den Mittelstand heißt das
Achten Sie im Vertrag auf drei Punkte: Was passiert mit Anforderungen, die sich während des Projekts ändern? Gehen Quellcode und Repositories vollständig in Ihr Eigentum über? Und ist definiert, was „fertig“ heißt (Abnahmekriterien)? Ein Festpreis ohne diese drei Antworten ist nur eine Zahl.