/ Software-Lexikon
Individualsoftware
Software, die exakt für die Prozesse eines Unternehmens entwickelt wird — statt das Unternehmen an eine Standardlösung anzupassen.
Individualsoftware ist eine Softwarelösung, die speziell für die Anforderungen, Prozesse und Datenstrukturen eines einzelnen Unternehmens entworfen und entwickelt wird. Im Gegensatz zur Standardsoftware, die einen Branchendurchschnitt abbildet, folgt Individualsoftware dem tatsächlichen Arbeitsablauf — nicht umgekehrt.
Typische Einsatzfelder sind Prozesse, die ein Unternehmen vom Wettbewerb unterscheiden: eine besondere Kalkulationslogik, gewachsene Datenbestände, Schnittstellen zwischen Systemen, die sonst niemand in dieser Kombination betreibt. Genau dort stößt Standardsoftware an Grenzen oder erzwingt teure Workarounds.
Die Entscheidung zwischen Individual- und Standardsoftware ist keine Glaubensfrage, sondern eine Rechenaufgabe: Lizenzkosten, Anpassungsaufwand und Prozessverluste der Standardlösung über mehrere Jahre gegen Entwicklungs- und Wartungskosten der Individuallösung.
Für den Mittelstand heißt das
Im Mittelstand lohnt Individualsoftware fast immer dort, wo ein Kernprozess in Excel, Access oder einem abgekündigten Altsystem läuft — also geschäftskritisch ist, aber niemandem mehr gehört. Wichtig bei der Vergabe: Code-Eigentum vertraglich sichern, sonst entsteht die nächste Abhängigkeit.