/ Software-Lexikon
Legacy-Software
Gewachsene Altsysteme, die geschäftskritisch laufen, aber technisch veraltet sind — das größte Modernisierungsrisiko im Mittelstand.
Legacy-Software (Altsystem) bezeichnet Anwendungen, die technisch veraltet sind, aber weiterhin zentrale Geschäftsprozesse tragen. Typische Merkmale: abgekündigte Programmiersprachen oder Frameworks, fehlende Dokumentation, Wissen nur noch in wenigen Köpfen — und eine Fachlogik, die über Jahrzehnte verfeinert wurde und in keinem Pflichtenheft steht.
Das Risiko von Legacy-Systemen liegt selten im täglichen Betrieb — der funktioniert oft erstaunlich stabil. Es liegt in der Änderungsunfähigkeit: Jede neue Anforderung (eine Schnittstelle, eine gesetzliche Änderung, ein neuer Vertriebskanal) wird langsamer, teurer und riskanter.
Für die Ablösung haben sich zwei Wege etabliert: der Big-Bang-Rewrite (alles neu, Stichtag, hohes Risiko) und die schrittweise Migration nach dem Strangler-Fig-Pattern, bei der das Altsystem Funktion für Funktion ersetzt wird, während es weiterläuft.
Für den Mittelstand heißt das
Der wichtigste erste Schritt ist kein Code, sondern eine Bestandsaufnahme: Welche Fachlogik steckt wirklich im System? Was davon ist noch gültig? Erst danach lässt sich seriös entscheiden, ob modernisiert, migriert oder ersetzt wird — und zu welchem Preis.