/ Software-Lexikon
Datenmigration
Der kontrollierte Umzug von Datenbeständen in ein neues System — fachlich heikler als jede Zeile neuer Code.
Datenmigration bezeichnet die Übertragung von Daten aus einem Quellsystem in ein Zielsystem — beim Systemwechsel, bei der Ablösung von Altsystemen oder der Konsolidierung mehrerer Datenbestände. Sie umfasst Extraktion, Bereinigung, Transformation in das Zielmodell und die verifizierte Übernahme.
Der unterschätzte Teil ist fast immer die Datenqualität: Dubletten, verwaiste Datensätze, Felder, die über Jahre zweckentfremdet wurden („Bemerkung 3“ enthält plötzlich Preise). Eine Migration, die solche Altlasten ungeprüft überträgt, zementiert sie im neuen System.
Belastbare Migrationen arbeiten mit Probeläufen gegen echte Datenkopien, mit Abgleichszahlen (stimmen Summen, Stückzahlen, Salden vor und nach dem Umzug?) und mit einem definierten Rückwegs-Szenario für den Stichtag.
Für den Mittelstand heißt das
Planen Sie die Migration nicht als Anhängsel des Softwareprojekts, sondern als eigenes Gewerk mit eigener Abnahme. Die entscheidende Frage an jeden Anbieter: „Wie weisen Sie nach, dass nach dem Umzug nichts fehlt?“ — wer darauf keine prüfbare Antwort hat, hat es nicht durchdacht.