/ Integrationen

Schleupen / Wilken anbinden

Abrechnungssysteme der Energiewirtschaft anbinden: Zählpunkte, Messwerte und Marktprozesse zwischen Portal, Plattform und Billing bewegen.

Für wen: Stadtwerke, Energiedienstleister und Messstellenbetreiber, die neben ihrem Abrechnungssystem Portale, Auswertungen oder eigene Fachmodule betreiben.

Schleupen und Wilken zählen zu den verbreiteten Anbietern von Abrechnungs- und Marktkommunikationssoftware in der deutschen Energiewirtschaft. Für einen Versorger sind sie das, was ein ERP für einen Industriebetrieb ist: das führende System für Verträge, Zählpunkte, Messwerte und Abrechnung. Und damit genau das System, in dem man nicht mal eben etwas Neues baut — jede Änderung berührt Abrechnung und Regulierung zugleich.

Die interessanten Projekte entstehen deshalb an den Rändern: Kundenportale, kommunale Auswertungen, Datenübernahmen bei Portfolio- oder Netzzukäufen, eigene Fachmodule für Prozesse, die das Standardsystem nicht abbildet. Die Aufgabe lautet nicht, das Abrechnungssystem zu ersetzen, sondern es als führendes System zu respektieren und daneben beweglich zu bleiben.

Bewegt werden Marktlokationen und Messlokationen, Zählpunktbezeichnungen, Zählerstände und Lastgänge, Verträge und Lieferstellen, Abschläge und Abrechnungsergebnisse sowie Marktpartnerdaten. Ein wesentlicher Teil davon läuft nicht über herstellerspezifische Schnittstellen, sondern über die regulatorisch vorgegebenen Formate der Marktkommunikation. Das ist ein Vorteil: Diese Formate sind dokumentiert, systemunabhängig und für alle Marktteilnehmer gleich.

Welche Größenordnung solche Übernahmen erreichen, zeigt unsere Energie-Referenz: Für einen Energiedienstleister in Baden-Württemberg haben wir eine mandantenfähige Plattform mit vier Fachmodulen gebaut und dabei 382 Zählpunkte und 353 Marktlokationen migriert. Über alle Energieprojekte hinweg sind es mehr als 4.730 Zählpunkte. Entscheidend ist an dieser Stelle nicht die Zahl, sondern der Nachweis: Für jede Migration gab es Abgleichszahlen vor und nach dem Umzug.

Typische Aufgaben

  • Kunden- und Kommunalportale mit Verbrauchs-, Vertrags- und Abschlagsdaten aus dem Abrechnungssystem versorgen.
  • Zählerstände aus Portal, App oder Ablesung strukturiert entgegennehmen, plausibilisieren und an das Abrechnungssystem übergeben.
  • Zählpunkt- und Vertragsbestände bei Systemwechsel oder Portfolioübernahme migrieren — mit prüfbaren Abgleichszahlen vor und nach dem Umzug.
  • Messwerte und Lastgänge für Auswertungen, Prognosen oder Kundenberichte aufbereiten, ohne das Abrechnungssystem im Tagesbetrieb zu belasten.
  • Eigene Fachmodule für Sonderprozesse mandantenfähig neben dem Bestandssystem betreiben, mit klarer Datenhoheit je Objekt.
  • Wiederkehrende Auswertungen für Kommunen, Aufsicht oder Geschäftsführung automatisieren, die heute manuell zusammengestellt werden.

/ Ehrlich vorab

Worauf es ankommt

Das sind die Punkte, an denen Anbindungen an Schleupen / Wilken in der Praxis scheitern oder teuer werden. Wir schreiben sie hierhin, weil sie sonst erst im Projekt auftauchen — und dort kosten sie Geld.

  • Marktlokation ist nicht Messlokation. In gewachsenen Beständen werden beide Begriffe vermischt, und ältere Datenbestände kennen die Trennung teilweise gar nicht. Wer das im Datenmodell nicht sauber auflöst, bezahlt es bei der ersten Abrechnungsprüfung.
  • Zeitreihen sind tückisch. Zeitzonen, die Zeitumstellung mit einer fehlenden und einer doppelten Stunde, Monatsgrenzen mitten in einem Messintervall: Ein Lastgang, der an zwei Tagen im Jahr falsch liegt, fällt oft erst in der Jahresabrechnung auf — dann aber bei jedem betroffenen Kunden.
  • Die Regeln ändern sich von außen. Formate, Prozesse und Fristen der Marktkommunikation werden regulatorisch vorgegeben und regelmäßig angepasst. Eine Anbindung ohne Wartungsvereinbarung hat in dieser Branche ein Ablaufdatum, das niemand im Kalender stehen hat.
  • Ersatzwerte und Korrekturen sind der Normalfall. Messwerte kommen nach, werden ersetzt oder storniert. Ein System, das nur den zuletzt gelesenen Wert kennt, kann eine Abrechnung später nicht mehr nachvollziehbar rekonstruieren — und genau das wird irgendwann verlangt.
  • Belastbare Testdaten fehlen fast immer. Ohne eine Umgebung mit ausreichend echten Bestandskopien verschiebt sich das Testen in die Produktion. Diese Umgebung gehört in die Projektplanung, auch wenn sie im Angebot als Kostenpunkt unbeliebt ist.
  • Messwerte sind personenbeziehbar. Verbrauchsdaten lassen Rückschlüsse auf Lebensgewohnheiten zu. Zugriffskonzept, Aufbewahrung und Auftragsverarbeitung gehören deshalb in die Architektur — nicht in eine Fußnote der Dokumentation.

Passende Leistungen

Wie wir Systeme grundsätzlich koppeln, steht auf der Seite zur ERP- und System-Integration; für Umzüge und Automatisierung von Datenbeständen gibt es Datenflüsse und Automatisierung. Was ein solches Vorhaben kostet, zeigen unsere Preisspannen für Individualsoftware.