Wann Standardsoftware nicht mehr reicht
Standardsoftware ist fast immer die bessere Wahl, und zwar aus einem Grund, der wenig mit Software zu tun hat: Sie enthält die Erfahrung von tausend Betrieben, die dieselben Fehler bereits gemacht haben. Eine Eigenentwicklung enthält Ihre Erfahrung — und die Ihres Entwicklungsteams, das Ihr Geschäft erst kennenlernen muss.
Es gibt vier Situationen, in denen dieser Vorteil kippt. Sie sind gut erkennbar, und keine davon hat mit Unzufriedenheit über eine Oberfläche zu tun.
- Ihr Ablauf ist Ihr Unterschied im Markt. Wenn Sie schneller kalkulieren, präziser disponieren oder anders prüfen als Ihre Wettbewerber, dann bildet ein Standardprodukt genau diesen Vorteil nicht ab — und Sie geben ihn auf, sobald Sie sich anpassen.
- Mehrere Parteien arbeiten am selben Datenbestand. Standardprodukte denken in Kunde und Anbieter. Sobald Partner, Dienstleister oder Behörden mit eigenen Rechten auf denselben Bestand zugreifen, braucht es eine Mandantentrennung, die als Regel im System liegt.
- Die Anpassungen kosten mehr als der Neubau. Das ist ein Rechenwert, kein Gefühl: Wenn Sie über Jahre Skripte, Erweiterungen und Zwischenlösungen finanziert haben, die bei jedem Update brechen, addieren Sie die Kosten der letzten drei Jahre. Die Zahl überrascht regelmäßig.
- Es gibt kein Produkt. Kommt seltener vor, als Auftraggeber glauben, aber es kommt vor — vor allem dort, wo eine Nische zu klein für einen Produktmarkt ist.
Individualsoftware beginnt bei uns bei 25.000 €. Darunter lohnt sich Eigenentwicklung meist nicht — dann sagen wir Ihnen, welches Standardprodukt besser passt.
Diese Grenze ist keine Preispolitik, sondern eine Konsequenz aus der Bauweise: Unterhalb davon ist der Anteil, der auf Analyse, Tests, Dokumentation und Übergabe entfällt, größer als der Anteil, der auf die eigentliche Funktion entfällt. Man kann diese Anteile weglassen — dann entsteht Software, die im ersten Jahr billig und im dritten teuer ist.
Website, Portal oder Anwendung?
Vor der Frage nach dem Preis steht die Frage nach der Art. Sie wird häufig kaufmännisch beantwortet — nach Budget — und gehört technisch beantwortet. Ein Login ist keine Funktion, die man dazubestellt, sondern eine Architekturentscheidung.
Website oder Anwendung?
Vier Fragen. Bei einem der drei Ergebnisse sind wir der falsche Anbieter — dann steht hier, wonach Sie stattdessen suchen.
Was wir bauen
Vier Zuschnitte, die sich in der Arbeit deutlich unterscheiden — und je ein System aus laufendem Betrieb dazu.
| Zuschnitt | Was daran die Arbeit ist | Beleg |
|---|---|---|
| Mandantenfähige Plattform | Ein Datenbestand, mehrere Parteien, und die Trennung liegt als Regel im System statt in einem Filter. | mexxenergie: vier Fachmodule auf gemeinsamen Stammdaten, Hausverwaltungen und Vertrieb über eigene Portale. |
| Fachsystem mit Vorgängen | Das Regelwerk, welcher Zustandsübergang erlaubt ist und wer ihn auslösen darf. Nicht die Masken. | Unser eigenes Kundenportal: Projekte, Aufgaben, Dateien, Zeiterfassung und Nachrichten in einem Zugang. |
| Shop mit Konfigurator | Das Regelwerk, welche Kombination gültig ist — bei Yido kommt der Fahrzeugabgleich aus ABE-Daten. | Yido Performance: Felgenkonfigurator mit Fahrzeugabgleich. |
| Verarbeitungsstrecke mit Prüfinstanz | Die Trennlinie zwischen dem, was die Maschine vorschlägt, und dem, was ein Mensch entscheidet. | Omid: über 200.000 Leads durch eine laufende Pipeline, jeder Lauf protokolliert. |
Was in dieser Tabelle nicht steht: Websites ohne Anmeldung und ohne Vorgänge. Dafür sind wir der falsche Anbieter — das ist ein eigenes Handwerk, und eine Softwarefirma baut Ihnen eine technisch einwandfreie Seite, die aussieht wie von einer Softwarefirma.
Wie wir arbeiten
Festangestellte Entwickler in Deutschland
Geschäftsführung und Entwicklungsleitung sind in jedem Projekt selbst beteiligt: in der Analyse, bei den Abnahmen und dann, wenn eine Entscheidung teuer wird. Das ist bei unserer Größe machbar und begrenzt zugleich, wie viele Projekte gleichzeitig laufen können — deshalb sagen wir zu einem Teil der Anfragen ab.
Der Quellcode gehört Ihnen ab Tag eins
Sie erhalten den vollständigen Quellcode, die Dokumentation und die Zugänge zur Infrastruktur; gehostet wird in Deutschland oder der EU. Für uns ist das unbequem, weil es jedes Druckmittel aus der Hand nimmt — Sie können nach dem Go-live jederzeit das Team wechseln. Genau darum steht es im Vertrag. Eine Zusammenarbeit, die nur hält, weil der Ausstieg teuer wäre, hält aus dem falschen Grund.
Alle zwei Wochen etwas, das läuft
Nach Analyse und Feinkonzept läuft die Entwicklung in Zwei-Wochen-Takten, und am Ende jedes Takts steht eine lauffähige Version — nicht ein Bericht darüber. Der Unterschied zeigt sich beim ersten Missverständnis: Es fällt nach zwei Wochen auf und nicht nach vier Monaten.
Festpreis, wo er verantwortbar ist
Ein Festpreis gilt, wenn sich der Umfang nach der Analyse mit weniger als zwanzig Prozent Unsicherheit beziffern lässt; Abweichungen gehen dann zu unseren Lasten. Bei unklarer Datenlage, offenen Schnittstellen oder Forschungsanteil rechnen wir nach Aufwand mit vereinbarter Obergrenze — und sagen das vor Vertragsschluss, nicht während der Umsetzung. Ändert sich während der Laufzeit die Rechtslage, wird das separat kalkuliert und vor der Umsetzung freigegeben.
Der Ablauf
| Phase | Ergebnis | Dauer |
|---|---|---|
| Analyse und Feinkonzept | Lastenheft, Architektur, Terminplan — und in einigen Fällen die Empfehlung, es zu lassen | 1–3 Wochen |
| Entwicklung in Zwei-Wochen-Takten | alle zwei Wochen eine lauffähige Version | 6–20 Wochen |
| Datenmigration und Tests | Testsystem mit echten Daten, Abnahmeprotokoll | 2–4 Wochen |
| Go-live und Schulung | Produktivsystem, Schulung, Dokumentation, Quellcode | 1–2 Wochen |
| Betreuung | benannter Ansprechpartner, Reaktion in einem Werktag | laufend |
Die größte Unsicherheit liegt fast immer in der Migration, weil Altdaten selten so sauber sind, wie die Dokumentation behauptet. Das ist der Grund, warum diese Phase mit einer Spanne von zwei bis vier Wochen dasteht und nicht mit einer Zahl.
Häufige Fragen
Was genau steht im Vertrag zu den Nutzungsrechten?
Dass die Rechte am erstellten Code ausschließlich, unbefristet und übertragbar auf Sie übergehen — mit der Abnahme, nicht erst mit der Schlusszahlung. Dazu die Liste der eingesetzten Fremdbibliotheken mit ihren Lizenzen. Genau dieser zweite Teil fehlt in vielen Verträgen, und er entscheidet darüber, ob Sie den Code auch wirklich weiterverwenden dürfen.
Was bekommen wir am Tag der Übergabe konkret in die Hand?
Ein Repository, das Ihnen gehört, mit dem vollständigen Quellcode und der Versionsgeschichte. Eine Anleitung, mit der sich eine neue Umgebung von null aufsetzen lässt. Die Zugänge zu Servern und Diensten. Die Liste der Fremdkomponenten. Und die Abnahmeprotokolle. Wer nur den Quellcode übergibt, übergibt einen Ordner — betreiben lässt sich damit nichts.
Arbeiten Sie mit Unterauftragnehmern oder im Ausland?
Entwickelt wird von festangestellten Entwicklern in Deutschland. Wo im Einzelfall Spezialleistungen zugekauft werden — etwa eine unabhängige Sicherheitsprüfung —, steht das im Angebot, und zwar welche, nicht ob.
Können wir mit einem kleinen ersten Schritt anfangen?
Ja, und das ist meistens die bessere Reihenfolge. Ein erster Schritt, der in Betrieb geht, liefert Zahlen, mit denen sich der zweite begründen oder verwerfen lässt. Was wir nicht bauen, ist eine Erprobung, die nicht in den Betrieb geht — sie misst die Begeisterung der Beteiligten und nicht den Nutzen.
Übernehmen Sie ein Projekt, das ein anderer angefangen hat?
Unter zwei Voraussetzungen: Wir bekommen Zugang zum Quellcode und zu einer Umgebung, in der sich Änderungen testen lassen. Vor der Übernahme steht immer eine Sichtung mit eigenem Aufwand — ohne sie wäre jede Aussage über Termine geraten, und geratene Termine sind der Grund, warum Übernahmen scheitern.
Wie es weitergeht
45 Minuten mit dem Geschäftsführer. Kostenlos.
Sie beschreiben Ihren Prozess. Wir sagen Ihnen ehrlich, ob sich eine Eigenentwicklung für Sie rechnet — und wenn nicht, welches Standardprodukt besser passt. Danach bekommen Sie eine Einschätzung zu Aufwand und Kosten. Keine Präsentation, kein Verkaufsgespräch.
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