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Energieplattform für mexxenergie
Wer ein Altsystem ablösen will, sucht meist vergeblich nach dem Zeitpunkt, an dem der Datenbestand stillsteht. Für mexxenergie, einen Energiedienstleister in Baden-Württemberg, entstand eine mandantenfähige Plattform mit vier Fachmodulen; die Altbestände zogen im laufenden Betrieb um.
Warum der Umzug hier nicht an einem Wochenende stattfindet
Ein Umzug in ein neues System braucht einen Moment, in dem der alte Bestand sich nicht bewegt. Bei einem Energiedienstleister gibt es diesen Moment nicht. Ablesewerte laufen weiter ein, und Vertragsänderungen haben Stichtage, die auf eine Softwareeinführung keine Rücksicht nehmen.
Der übliche Vorschlag lautet, an einem Wochenende umzuziehen: das Altsystem einfrieren und die Daten übertragen, damit am Montag im neuen System weitergearbeitet wird. Das setzt voraus, dass am Montag alles stimmt. Ein Fehler in der Zuordnung von Lieferstelle zu Objekt fällt aber selten am Montag auf. Er fällt in der nächsten Abrechnung auf. Wer dann zurückwill, hat zwei Systeme mit auseinanderlaufenden Ständen und keine Grundlage, um zu entscheiden, welcher davon gilt.
Bei mexxenergie stand die Ablösung eines Altsystems an, in dem der gewachsene Bestand lag. Der Umzug musste also stattfinden, während beide Systeme in Betrieb waren.
Die Plattform und ihre vier Module
Entstanden ist eine mandantenfähige Plattform zwischen dem Energieversorger und den Hausverwaltungen. Mandantenfähig heißt hier: ein Datenbestand, in dem jede Hausverwaltung ausschließlich ihre eigenen Objekte sieht, und die Trennung liegt als Regel im System. Fachlich ist die Plattform in vier Module geschnitten, die auf denselben Stammdaten arbeiten.
| Modul | Was darin passiert |
|---|---|
| Zählerstände und Lieferstellen | Ablesewerte erfassen und pflegen, jede Lieferstelle einem Objekt und einem Vertrag zuordnen |
| Verträge | Vertragsdaten und Laufzeiten als führende Quelle für die übrigen Module |
| Objekt- und Dokumentenverwaltung | Objekte mit den zugehörigen Unterlagen an einer Stelle |
| Verbrauchs- und Kostenauswertung | Auswertungen aus demselben Datenstand, aus dem auch abgerechnet wird |
Zugänge für Hausverwaltungen und Vertriebspartner
Die Plattform hat Zugänge nach außen. Hausverwaltungen arbeiten auf ihrem eigenen Ausschnitt des Bestands, für den Vertrieb gibt es ein Partnerportal. Beide Zugänge greifen auf dieselben Module zu; für die Außenwelt existiert keine zweite Datenhaltung, die nachgepflegt werden müsste.
Der Umzug der Altbestände
Die Altbestände wurden in Läufen übernommen, während beide Systeme liefen. Jeder Lauf betraf einen abgegrenzten Ausschnitt und folgte demselben Ablauf.
- Vor dem Lauf werden die Abgleichszahlen des Ausschnitts im Altsystem festgehalten.
- Der Ausschnitt wird in die Struktur der neuen Module übernommen.
- Nach dem Lauf werden dieselben Zahlen auf der Plattform erhoben und gegen die Ausgangswerte gestellt.
- Abweichungen werden geklärt, bevor der nächste Lauf startet.
- Was während des Laufs im Altsystem noch verändert wurde, wird nachgezogen.
Abgeschaltet wurde das Altsystem erst, als diese Gegenüberstellung für den gesamten Bestand vorlag. Bis dahin blieb der Rückweg offen, weil das alte System weiterlief. Der Aufwand dafür wird regelmäßig unterschätzt: Ein Umzug in Läufen ist aufwendiger als eine Wochenendumstellung, und er verlangt, dass jemand aus dem Fachbereich die Abweichungen tatsächlich ansieht.
Abgleichszahlen allein beweisen nicht, dass jeder Datensatz richtig übernommen wurde. Zwei gleiche Gesamtsummen können auch aus zwei Fehlern entstehen, die sich gegenseitig aufheben. Dazu gehören Stichproben auf Vorgangsebene.
Was sich davon belegen lässt
Das Altsystem ist aus dem Betrieb. Auskunft und Abrechnung lesen seitdem denselben Datenstand: Der genannte Verbrauchswert steht in demselben Modulverbund, an dem auch Vertrag und Objekt hängen.
Ob eine Rückfrage aus einer Hausverwaltung im Tagesgeschäft messbar schneller beantwortet wird, ist mit keiner veröffentlichten Kennzahl belegt. Diese Seite behauptet es deshalb auch nicht. Nachprüfbar ist das Verfahren: Für jeden Lauf liegen Zahlen vor und nach der Übernahme vor. Diese Dokumentation beantwortet auch später noch, woher ein Wert stammt.
Zu diesem Projekt werden hier bewusst keine Mengenangaben und keine Projektdauer genannt. Beschrieben ist der Zuschnitt der Plattform und das Verfahren des Umzugs.
Wann dieser Zuschnitt passt
Mandantenfähige Plattform, Fachmodule auf gemeinsamen Stammdaten, Portale nach außen: Dieser Zuschnitt ist nicht an die Energiewirtschaft gebunden. Er trägt überall dort, wo mehrere Parteien dieselben Stammdaten benutzen und ein Altsystem im Weg steht, das niemand abschalten will, solange unklar ist, was darin liegt.
Passt gut
- Mehrere Parteien arbeiten auf denselben Stammdaten, sehen aber jeweils nur ihren eigenen Ausschnitt.
- Die Fachprozesse wiederholen sich und laufen heute über getrennte Ablagen.
- Ein Altsystem soll abgelöst werden, dessen Betrieb währenddessen nicht unterbrochen werden darf.
- Der Fachbereich kennt seine Datenlogik und kann Abweichungen aus dem Abgleich selbst bewerten.
Passt eher nicht
- Eine Standardlösung deckt den Prozess ab, und die Abweichungen davon sind eingespielte Gewohnheit.
- Das Geschäftsmodell verändert sich gerade laufend. Dann ist eine feste Modulstruktur zu früh.
- Intern entscheidet niemand Fachfragen verbindlich. Ohne diese Rolle bleibt der Abgleich liegen.
- Gebraucht wird ein einzelner Baustein auf einer bereits sauberen Datenbasis. Das ist ein kleineres Vorhaben und sollte auch so kalkuliert werden.
Ein Hinweis zur Kalkulation, der selten gern gehört wird: Der größte Aufwandstreiber ist bei solchen Vorhaben nicht die Oberfläche, sondern der Altbestand. Wie viele Läufe nötig sind und wie lange die Klärung der Abweichungen dauert, hängt davon ab, wie gepflegt der Bestand ist. Vorab lässt sich das nur schätzen. Eingrenzen lässt es sich, indem ein kleiner Ausschnitt probeweise übertragen und die Abgleichszahlen angesehen werden, bevor der Rest geplant wird.
Ein Vorhaben in diesem Zuschnitt, mit mehreren Fachmodulen und Zugängen für Externe, liegt erfahrungsgemäß in diesem Band:
/ Preisband
Plattform oder Fachsystem mit Integrationen: 45.000 – 120.000 €
Jede angebundene Fremdsoftware bringt eigene Datenmodelle, eigene Fehlerfälle und eigene Tests mit.
- Altsysteme ablösen, ohne den Betrieb anzuhalten
- B2B-Portal für Partner und Verwaltungen
- Software für Energieversorger
- Alle Projekte
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